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Geld für die Corona Wirtschaft

Upsi! Da hab ich gleich in der Überschrift den zentralen Widerspruch der Zeit erfasst! Wirtschaft und Corona, wie passt denn das zusammen? Wirtschaft braucht Geld, um am Laufen gehalten zu werden, und Corona frisst Geld, um bekämpft zu werden. Was sollen wir tun? Die Personalkosten für Coronahilfspersonal massiv aufstocken? Oder der Wirtschaft einen Haufen Kohle in den Rachen schmeißen?
Da redet jeder, der einen politischen Rang und Namen hat, eindrücklich daher, dass es uns vehement an Krankenschwestern und Krankenbrüdern … ach, was rede ich da … Krankenpflegern fehlt. Einmal wurden sie alle weggespart und jetzt sind obendrein auch noch viele krank. Woher das wirklich dringende Krankenhauspersonal nehmen, wenn nicht stehlen? Und da setze ich an! Hier meine Rettungsidee: Ja, es ist eine echte Hammeridee. Wirklich! Sie ist nicht einfach nur so rausgehauen, so ein Statement aus Jux und Dollerei. Sondern ich habe Nächte lang an dieser Rettungsidee herumgeklügelt. Meinen gesamten Synapsenvorrat habe ich aktiviert, um die Idee massenwirksam auszuformulieren.
Achtung, jetzt kommt’s! Wir machen ab sofort eine bundesweite Kampagne: Intensivkrankenpfleger in vier Wochen. Wir nehmen Quereinsteiger aus allen Berufen und dann heißt es jeden Tag zehn Stunden pauken, büffeln und lernen, was das Zeug hält.
Super Lehrer, super Lehrfilme, super Demonstrationen, super Dokumentationen – alles online! Und die Pharmaindustrie hat als unterstützende Maßnahme bestimmt einige Pillen parat, die Konzentration, Aufnahmefähigkeit und Begeisterung maximal fördern.
Nun fragt der kritische Leser und die superkritische Leserin: „Ja, aber wer macht ein solches intensives Hammertraining freiwillig mit? Die paar Kröten, die man als Krankenpfleger heutzutage verdient, sind doch kein Anreiz!“
Haha, gut aufgemerkt. Denn genau an dieser Stelle setzt meine Idee an: 12.000 netto im Monat. Das ist heutzutage eine fette Menge Kies, Knete, Schotter, Asche, Flocken oder Penunzen. Sofort gibt es das Ganze bar auf die Hand, steuerfrei, abgabenfrei. Und zwar in knallharter Eurowährung, und wenn nur in Dollar gezahlt werden kann, dann meinetwegen 15.000 Dollar. Jetzt geht der Run auf die Ausbildung los! Und sofort fragt jeder: Um Gottes Willen, woher so viel Geld nehmen? Hallo, habe ich nicht gesagt, ich habe alles reiflich überlegt? Und hier kommt die wohlvorbereitete Antwort!
Wir subventionieren keine impotenten Fluggesellschaften mehr. Einsparung: 7 Milliarden. Wir subventionieren keine unnützen unterirdischen Bahnhöfe mehr. Einsparung: 21 Milliarden. Wir subventionieren keine sinnlosen, untauglichen Flughäfen mehr. Einsparung: 14 Milliarden. Wir subventionieren keine krummkurvigen Flussbegradigungen. Einsparung: 7 Milliarden. Sind sage und schreibe 49 Milliarden. Und dann plündern wir auch noch den Wirtschaftsfonds für alle in Schräglage geratenen Unternehmen. Einsparung: 21 Milliarden.
Aber hallo! Davon lässt sich doch Freude beim zukünftigen Krankenhauspersonal wecken.
So, und nun möchte ich die sehen, die kein Rühren und Sehnen in der Brust spüren, als guter Mensch den mühselig beladenen Kranken dieser Welt zu helfen und freudig mein Projekt durch Eigeninitiative zu nutzen.
Ich selbst stelle meine Hammeridee für ein Prozent Gewinnbeteiligung zur Verfügung!

Autor: Johannes Galli | Geschrieben für die Zeitschrift “Lebens(t)räume

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Volle Aufmerksamkeit ab der Stelle mit 12.000 Euro Steuerfrei. Dafür würde ich auch vier Wochen lang aufmerksamkeitssteigernde Pillen nehmen.
    Spitzenidee👍

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