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Die Ratten verlassen das sinkende Schiff nicht! – Der Tragödie erster Teil

Ein Possenspiel von Johannes Galli zur aktu­el­len Lage der Nation

 

Handelnde Personen (frei erfun­den): Kommentierender Moderator Heini Labersack (ARD, ZDF oder RTL, je nach­dem, wer bes­ser zahlt), Krisenknazlerin Meckl, Vizeknazler Schloz, Katastrophenminister Heuchlspan, Wissenschaftliche Beirätin Anna-Lyse Klug, bay­ri­scher Soloministerpräsident Köder, Vorsitzender Industrievertreter Bruno Brutto, Chor der Minipräsident*innen, Pausenclown.

Ort: Irgendein Sitzungssaal

Zeit: Irgendwann nach Mitternacht

 

Heini Labersack: „Ich begrü­ße Sie recht schmerz­lich zur sie­ben­und­zwan­zigs­ten nicht­be­schluss­fas­sen­den Krisen-Labersitzung des Kabinett Ausschusses unter Aufsicht des par­la­men­ta­ri­schen Beobachtungsausschusses und ertei­le der Krisenknazlerin Meckl das Wort.“

Bundesknazlerin Meckl: „Ich bin für den tota­len Lockdown und wün­sche kei­ne Gegenrede.“

Katastrophenminister Heuchlspan: „Da fällt mir ein: Ich habe ver­ges­sen, genü­gend Mund‑, Gesicht- und Nasenmasken zu bestel­len. Aber vor­sichts­hal­ber habe ich sie schon bezahlt.“

Bruno Brutto: „Die Wirtschaft ist da, dass sie was ver­dient, aber ver­dammt noch­mal, sie ver­dient nichts. Wir müs­sen alles öff­nen, dass der Käse end­lich wie­der rollt.“

Bundesknazlerin Meckl: „Ich stim­me Ihnen zu, bin aber den­noch für einen har­ten Lockdown.“

Anna-Lyse Klug: „Ich sage, wir müs­sen tes­ten, tes­ten, testen.“

Katastrophenminister Heuchlspan: „Hätten Sie das frü­her gesagt, hät­te ich Tests bestel­len können.“

Soloministerpräsident Köder: „Herr Heuchlspan, Sie wol­len doch nicht sagen, dass Sie zu wenig Tests bestellt haben?“

Katastrophenminister Heuchlspan: „Ich will es nicht sagen, aber ich muss es sagen.“

Anna-Lyse Klug: „Es gehört zum Wesen der Mutanten, dass sie sich immer wie­der ver­wan­deln in neue Mutanten. Ich mei­ne, die alten Mutanten von ges­tern sind die neu­en Mutanten von morgen.“

Bundesknazlerin Meckl: „Dagegen hilft nur ein tota­ler Lockdown.“

Soloministerpräsident Köder: „Bleiben wir sach­lich und schau­en wir auf die Fakten. Und die Fakten sind ein­fach, klar und logisch und lie­gen vor uns auf dem Tisch. Und ich sage: Um die Wähler zu bre­chen, müs­sen wir einen har­ten Lockdown befürworten.“

Heini Labersack: „Was? Wähler brechen?“

Soloministerpräsident Köder: „Oh, Entschuldigung: Ich mei­ne natür­lich die Welle! Die drit­te Welle müs­sen wir brechen!“

Bundesknazlerin Meckl: „Und des­we­gen ist der Lockdown die Antwort auf alle Ihre Fragen, ob Sie sie stel­len oder nicht, Lockdown ist Pflicht.“

Heini Labersack: „Ich wür­de an die­ser Stelle ger­ne die Meinung der Kirchenoberhäupter hören.“

Soloministerpräsident Köder: „Die haben bei­de ein Ermittlungsverfahren am Hals wegen Vertuschung von Minderjährigen.“

Bruno Brutto: „An der Kirche ver­die­nen wir nichts. Da ist die Autoindustrie schon bes­ser aufgestellt.“

Vizeknazler Schloz: „Es ist an der Zeit, dass ich aus der Finanzwelt sage: Wir haben genug Geld und kön­nen ein Jahr mit lee­ren Flugzeugen um die Welt flie­gen und spa­ren auch noch CO2 ein. Das fin­de ich einen fai­ren Wahlkampf.“

Bundesknazlerin Meckl: „Der Lockdown wird kom­men, so oder so.“

Katastrophenminister Heuchlspan: „Dieser Meinung schlie­ße ich mich an, denn bei den Impfdosen gibt es Lieferungsschwierigkeiten.“

Soloministerpräsident Köder: „Weil Sie zu wenig Dosen bestellt haben.“

Katastrophenminister Heuchlspan: „Seien Sie froh, dass ich über­haupt wel­che bestellt habe. Ich kann auch anders.“

Bruno Brutto: „He, Kleiner, nicht frech wer­den, sonst plau­de­re ich über dei­ne Lobbytätigkeiten.“

Heini Labersack: „Oha, wir ste­cken fest! Meinung gegen Meinung. Ich glau­be, es ist Zeit für den Pausenclown!“

Pausenclown erhebt sich und dekla­miert. Pausenclown: „Ich bring jetzt ein Gedicht,

Denn mehr kann ich nicht.

Da vor­ne fährt ein Schiff,

Oh je, es fährt aufs Riff.

Das Schiff hat Pech, also kein Glück. 

Kommt nicht mehr vor, kommt nicht zurück,

Gerät sogar in einen Strudel,

Und das Regierungsratten-Rudel

Läuft aufs Deck

Und schreit: „Nix wie weg!“

Was soll das Volk denn jetzt noch machen?

Die eine Hälft’ kann nur noch lachen,

Die and­re Hälfte muss schon weinen.

Und Lachen und Weinen

Lässt sich nicht vereinen.

So hat die Regierung über Nacht 

Ein gan­zes Volk kaputt gemacht.

Nun ist guter Rat teuer,

Doch wir haben ja die Steuer!“

Heini Labersack: „Wir machen eine Pause.“

Pausenclown dreht sich zum Chor der Minipräsident*innen und dirigiert. 

Es sin­gen zuerst die Männer: „Nun ist guter Rat teuer.“

Der Pausenclown wen­det sich zu den weib­li­chen Minipräsidentinnen (Trägerinnen sekun­dä­rer und pri­mä­rer Geschlechtsteile), die sin­gen: „Doch wir haben ja die Steuer!“

Der Pausenclown diri­giert wei­ter die Minipräsidentinnen, die jetzt sin­gen: „Nun ist guter Rat teuer.“ 

Dann wen­det sich der Pausenclown wie­der an die Minipräsidenten (Träger aus­schließ­lich pri­mä­rer männ­li­cher Geschlechtsteile), die sin­gen: „Doch wir haben ja die Steuer!“

Alle applau­die­ren dem Pausenclown.

Pausenclown (zu den gan­zen Parlamentarier*innen gewandt): „Danke für nix!“

Ende unter par­la­men­ta­ri­schem Durcheinander, bestehend aus Applaus, Protest und Buh-Rufen. 

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