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Clowning – Part Eleven: Der Clown als pure Lebensfreude

Bevor wir nun zum siebten und letzten Clowntyp kommen, möchte ich noch einige Überlegungen voranstellen, die sich um die Ernsthaftigkeit des Clownspiels drehen.
Derjenige Teilnehmer, der sich tapfer bis hierhin durchgearbeitet hat, hat nun die Möglichkeit, mit der Clownnase geschützt in tiefere Dimensionen der eigentlichen Wirklichkeit vorzudringen: In die eigene Einsamkeit und Traurigkeit. Dort herrscht Niedergeschlagenheit und Verzweiflung. Plötzlich erscheint der eigene Lebensweg als die Summe vieler Fehlentscheidungen. Nun ist der Moment gekommen, sich im Schutz der Clownnase bewusst zu machen, dass der Berufswunsch, den man im Jugendalter noch glühend heiß vor Augen hatte, sich durch die Zwänge der Gesellschaft verbogen hat und nun langsam erkaltet ist. Man steht vor den Scherben seiner Jugendträume.
Und genau in dieser Stimmung beginnt unser letzter Tanz. Auch den Clown als pure Lebensfreude kann man alleine zu Hause erforschen oder aber in einer Gruppe von Übenden.
Als Unterstützung hören wir die Musik „Binnix“ von der CD „Die sieben Kellerkinder® – Vol. 1“, die ich gemeinsam mit meinem Komponistenfreund Michael produziert habe.
Nur kurz verharren wir im Tanz in unsrer tiefen Verzweiflung. Doch dann spüren wir, wie in dieser Einsamkeit der innere Clown bereit ist, dass die Lebensfreude wie ein Blitz in ihn einfahren kann. Wir spüren, dass die Clownnase uns beschützt, und wir reißen uns mit der Kraft des Clowns aus der verzweifelten Einsamkeit zurück in die Wirklichkeit.
Wir verwandeln unsere düstere Energie in Lebensfreude durch einen lustigen, heiteren, rhythmisch definierten Tanz. Hierbei achten wir darauf, dass auch der Tanz der puren Lebensfreude clownesk bleibt. Wir spielen alle Zeichen der Lebensfreude, aber in Zeitlupe. Das heißt, wir hampeln nicht einfach als Kind herum, sondern wir erleben bewusste Gesten der Freude – Arme recken, übermütiges Lachen, Hände reiben, vor Freude in die Höhe springen, jauchzen und jubilieren, und wenn wir den Clown als pure Lebensfreude in einer Gruppe erleben, können wir uns auch an den Händen fassen, Ringelreihen tanzen, fangen spielen, zusammen hopsen und uns herzlich umarmen.
Es ist geschafft! Der innere Clown ist unsterblich geworden und wird endlich das, was er ist: Ein uns für immer begleitender Freund. 

– Ende – 

Johannes Galli, Michael Summ – Tanzmeditation Die sieben Kellerkinder® | CD | 3. Auflage Freiburg 2011 | 42:33 Min | © Galli Verlag e.V.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. „Den Clown als pure Lebensfreude“ am Ende meines Erdenlebens erleben zu dürfen, ist mein Herzenswunsch.
    Danke Johannes für diesen Blog.
    Charlotte

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