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Die Monarchie wird begraben

Ich bin weiß Gott kein Hellseher. Aber eins sage ich voraus: Die Monarchie wird ab heute noch ein paar Jährchen dahindümpeln, bis sie dann kläglich verkümmert.
Ich meine, noch ist die Monarchie Tagesgespräch. Und bei der endgültigen Grablegung „The Final Farewell“ wird die Königin Elizabeth II. heute begraben. Und Achtung, jetzt kommt’s! Vier Milliarden Menschen weltweit werden vor der Glotze sitzen und Rotz und Wasser flennen. Zum Vergleich: Bei meinem Begräbnis werden voraussichtlich vier bis fünf kaum interessierte Menschen an meinem Grab herumstehen und mit hungrigen Mägen auf den Leichenschmaus schielen.
Ich finde das ein bisschen ungerecht. Vier Milliarden auf der einen Seite und vier bis fünf auf meiner Seite. Ich will mich aber nicht aufregen, dass zu mir weder der amerikanische Präsident mit Frau noch der deutsche Bundespräsident mit Frau antanzen wird. Auch die Diskussion um die Sicherheit der hohen Staatsgäste entfällt bei mir. Denn ich denke, es ist doch besser, ich zahle Steuern, als dass ich Milliarden Steuern für die Aufrechterhaltung der Monarchie verschlinge.
Aber lassen wir das … Zurück zu meiner Wette. Denn schließlich fragt sich Leser*in: „Worum wettet dieser Trottel eigentlich?“
Es ist hart, dass ich als Trottel beschimpft werde, wo ich mich gerade als Hellseher etablieren will. Und den Beweis, dass ich ein Hellseher bin, kann ich doch erst in ein paar Jahren antreten, so gegen 2030, wenn der König der Segelohren abgewirtschaftet hat und mit ihm der ganze monarchische Spuk ein Ende hat.
Doch ich will nicht ablenken. Worum wette ich? Ich wette um ein Schnitzel mit Pommes. Aber ein Riesen Schnitzel und eine riesige Portion Pommes. Dazu eine Flasche Weißwein. Und vorher ein Gläschen Champagner. Als Vorspeise eine Kürbissuppe, als Nachspeise Tiramisu. Oh ja … ich verstehe es, zu schmausen! 
Nun höre ich schon vor meinem geistigen Ohr das Gelächter, das mir entgegenschlägt: „Was? So ein billiger Wetteinsatz?“
Da grinse ich verschmitzt. „Halt“, sage ich, „man hat vergessen, dass wir in einer Heizungskrise leben. In einer Gas-Rohöl-und-Strom-Krise. Und obendrein haben wir doch auch noch eine Hammer Inflation. Also gehen wir mal den Wert eines solchen Wettgewinn-Essens durch. Als begabter Hellseher sage ich: In ein paar Jährchen kosten hundert Gramm Kürbis 25 Euro. Und für eine Suppe braucht man schon mindestens 300 Gramm! Und ein großes Schnitzel kann man auf dem Schwarzmarkt für 90 Euro ergattern. Pommes kosten pro Stück 5 Euro. Da kommen dann bei einer kleinen Portion locker 200 Euro zusammen. Und ich wollte eine Große! Macht 400 Euro Minimum. Das Tiramisu wird pro Gramm berechnet und bei den Zucker-, Mehl- und Milch-Preisen kommen wir da auf knapp 220 Euro. Champagner und einen guten Weißwein können wir locker auf einen Tausender veranschlagen.
Also geht es bei dieser Wette um höre und staune summa summarum 1.785 Euro. Eine mächtige Wette, die mein ganzes Monatseinkommen auffrisst. Man sieht, ich riskiere viel! Aber so bin ich halt. Das ist mir zum Lebensprinzip geworden: Sich selbst riskieren. Und ich werde die Wette gewinnen. Ich spüre das und freue mich auf mein köstliches Mahl am 19. September 2030.
Wollen wir wetten? 

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Lieber Johannes,

    Dein Lebensprinzip, „sich selbst zu riskieren“, sollte man schleunigst adoptieren, um diese mächtige Monarchie-Begrabungs-Hellsehung zu verdauen.
    Danke auch für diese künftige WirtschaftsVision-Vorhersage mit Ziel auf eine Mahlzeit, das unerschwinglich für Otto Normalverbraucher geworden scheint.
    Liebste Grüße
    Charlotte

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