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Kasperle Puti plant die Invasion – Teil 1

Wie immer, wenn ich etwas nicht verstehe, schreibe ich ein Theaterstück, das zwar nicht aufführbar ist, aber mir Klarheit verschaffen soll über das, was da eigentlich los ist. Wohlan, hier ist es:

Kasperle Puti plant die Invasion
Nach dem gleichnamigen Einakter von Johannes Galli

Erste Szene

Rollen:
Kasperle Puti (Diktator)
Ivan Kreml (Berater)
Anastasia (Putis Zwergpony)
Ort: Sibirische Steppe im Winter

(Auf der Bühne liegt Kunstschnee, eine Windmaschine bläst durchs Gebälk, herein reitet Kasperle Puti auf einem Zwergpony. Er ist in ein Bärenfell gehüllt. Neben ihm läuft sein Berater Ivan Kreml in leichtem Sommeranzug.)
Kasperle Puti: Mir ist es verdammt langweilig geworden. Ich brauche Action!
Ivan Kreml: Wir greifen die Chinesen an!
Kasperle Puti: Quatsch! Die hauen uns dermaßen auf die Fresse, dass wir nicht mehr wissen, wo die Mongolei ist.
Ivan Kreml: Wir greifen Amerika an! Die Bidens haben doch schon in Afghani den Schwanz eingezogen.
Kasperle Puti (mürrisch): Die Bidens sind zu weit weg! Krieg in siebentausend Kilometer Entfernung ist langweilig.
Ivan Kreml (verschmitzt): Wie wäre es denn mit der Ukraine?
Kasperle Puti (strahlt über das ganze runde Gesicht und verbirgt geschickt seine Erektion unter dem Bärenfell): Oha! Yeah, yippie, yeah! Die Ukraine grenzt an Russland, die haben weder Waffen noch Soldaten. Wir haben dort ein paar Freunde, die sollen uns um Hilfe bitten, und schwups latschen wir rein.
Ivan Kreml (jauchzt): Genauso machen wir‘s! Fünfzigtausend Soldaten werden an die Grenze gestellt, hundert Panzer, zweihundert Hubschrauber, Kanonen und Raketen. Und das Ganze richten wir gegen Kiew, wo Altbürgerweltmeister Klitschko gegen seine Altersverfettung antrainiert.
Kasperle Puti: Wenn schon, denn schon! Wir schicken hunderttausend Soldaten. Oder, ach komm, wir müssen doch nicht sparen: Wir schicken hundertdreißigtausend Soldaten und doppelt so viele Panzer, Hubschrauber und Raketen.
Ivan Kreml: Wow! Ein Zar, ein Wort! Das müssen wir feiern.
(Ivan Kreml zieht unter seinem dünnen Sommerjackett eine Flasche Wodka hervor.
Kasperle Puti zieht unter seinem Bärenfell eine Flasche Wodka hervor. Sie stoßen ihre Flaschen aneinander.)
Kasperle Puti und Ivan Kreml (grölen): Nastrovje!
Sie leeren die Flaschen in einem Zug. Kurz danach stürzt Ivan Kreml erfrierend in den Kunstschnee. Kasperle Puti wirft die Wodkaflasche hinter sich, trabt mit seinem Zwergpony über Ivan Kreml und spricht den historischen Satz:)
Kasperle Puti: Ich bin der Mann, der über Leichen reitet!
(Kasperle Puti blickt düster ins Publikum. Sein Zwergpony Anastasia schnaubt.
Das Licht geht aus.)

– Ende der ersten Szene –

Fortsetzung folgt …

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