
Kondolenzbuch
Liebe Freunde,
hier könnt Ihr eure Gedanken und Erlebnisse mit Johannes Galli in das Online-Kondolenzbuch schreiben.
Vielen Dank!
Book of Condolences
Dear friends,
You are warmly invited to share your thoughts and memories of Johannes Galli in this online book of condolences.
Thank you very much.

Johannes Josef Galli
15. Jan 1952 – 19. Jul 2026
Als ehemalige – und zunächst abtrünnige - „Schülerin“ von Johannes Galli ist für mich in den letzten 35 Jahren kaum ein Tag vergangen, an dem ich nicht direkt oder indirekt mit der Galli Methode, ihrer schöpferischen Kraft und mit dieser unbändigen Lebendigkeit in Berührung gekommen bin.
Nach einer längeren Pause zwischen dem ersten und einzigen Kontakt mit Johannnes am Galli Theater in Freiburg in den 90 er Jahren zog mich 15 Jahre später das Galli Theater, die veranstalteten Workshops und die wunderbaren Menschen, denen ich begegnete, erneut in seinen Bann.
Von da an ließ mich die Magie des Galli Theaters mit all seinen Facetten nicht mehr los und ich habe in unzähligen Begegnungen gelernt, was es bedeutet, nicht nur im Spiel echt zu werden und schließlich auch die in Freiburg begonnene Ausbildung am Galli Theater in München beendet.
Am meisten faszinierte und prägte mich die „Clownarbeit“ bzw. die „Lust am Scheitern“ . Sie vermittelte mir die Kraft und den Glauben daran, dass Scheitern, vor dem ich immer allergrößte Angst hatte, kein Ende bedeutet, sondern den Beginn einer Transformation markiert. Wie großartig!
Die tiefenpsychologische Arbeit mit Märchen war für mich sehr bereichernd.
Auch heute noch begleitet mich der Satz des Königs aus der Froschkönig : Hinschauen, Atmen, Tun! Ich durfte seinerzeit den König in Regensburg spielen – noch heute bekomme ich Gänsehaut und das Mantra des Königs hat mich so manches Mal in schwierigen Situationen geleitet.
Lieber Johannes, ich wäre dir gern noch einmal begegnet. Die Jahrzehnte seit unserer Begegnung in Freiburg, bei der du mich fragtest, warum ich mir die Haare färbe – Lehrerinnen könnten doch graue Haaren haben – sind einfach so vorbeigezogen. Ich hätte gern persönlich etwas mit dir aufgelöst – denn neben meiner ganzen Bewunderung und Achtung für deine großartige Arbeit hat dieser Satz etwas mit mir gemacht. Kaum ein anderer Satz, der von jemandem in Laufe meines Lebens ausgesprochen wurde, hat einen derart nachhaltigen Effekt gehabt. Ich verabschiede mich nun von dir mit immer noch gefärbten Haaren und danke dir von Herzen für diese bereichernde Begegnung und all die Impulse für ein lebendiges Leben.
Isabel Kielian
Leiterin/directora
Goethe-Institut La Paz – Bolivien