Der Letzte Lehrer: 15. Bewußtsein lenken lernen für das eigene Ziel

 

♦ Wieder einmal saßen der Letzte Lehrer und seine wenigen Schüler zusammen. Gemeinsam hatten sie Übungen durchgeführt, die das Bewußtsein erhöhen sollten. Nach einer Weile erschlafften die Schüler und der Letzte Lehrer lud sie zu einer gemeinsamen Pause ein.
Nun saßen sie im Kreis und der Letzte Lehrer wartete auf die begeistert gestellte Frage, die er gerne beantworten wollte.
Da fragte ein Schüler: „Manchmal verliere ich das Ziel aus den Augen, was wir hier eigentlich machen. Deswegen meine Frage: Was machen wir hier eigentlich?“
Der Letzte Lehrer wußte, daß es seine Aufgabe war, Geduld zu üben. Deshalb antwortete er so geduldig, wie es für ihn möglich war: „Viele allgemeine und schön klingende Worte könnte ich jetzt als Antwort formulieren, aber ich will gleich zum Wesen deiner Frage vordringen: Durch unsere Arbeit an uns selbst wollen wir Bewußtsein über uns selbst erreichen. Wir wollen lernen, unser Bewußtsein zu lenken. Wir wollen nicht nur unbewußt auf Reize der Außenwelt reagieren und unser Bewußtsein dorthin lenken, wo andere es haben wollen, sondern wir wollen lernen, daß wir selbst entscheiden, welche Anteile unserer Persönlichkeit wir wann und wo und in welchem Maße ins Bewußtsein heben. So müssen wir lernen zu entscheiden, was nützlich oder unnütz für unseren Weg ist. Genau diese Frage bringt eine weitere Frage zum Vorschein. Was ist unser Ziel? Dies ist die alles entscheidende Frage unseres Lebens! Viele Menschen fragen mich immer wieder über dies und über das. Am meisten fragen sie aber, was sie tun sollen. Diese wichtigste Frage im Leben eines Menschen kann ich aber erst beantworten, wenn der Mensch sein Lebensziel festgelegt hat. Sehr häufig aber hält der Mensch sein Ziel im Geheimen. Leider auch vor sich selbst. Wer soll einem Menschen helfen, sein Ziel zu erreichen, der gar nicht weiß, was sein Ziel ist? Das ist, als ob einer nach dem Weg fragt und man fragt zurück: ‘Wohin wollen Sie denn?’, und der andere antwortet verunsichert: ‘Genau das weiß ich leider nicht.’“
Die Schüler fanden diesen merkwürdigen Menschen, der nach dem Weg fragt und nicht weiß, wohin er will, sehr komisch und lachten. Einige lachten sehr laut.­

 

Veröffentlicht unter Blog, Der Letzte Lehrer
2 Kommentare auf “Der Letzte Lehrer: 15. Bewußtsein lenken lernen für das eigene Ziel
  1. Charlotte de la Pointe sagt:

    Ein trauriges Ergebnis dieser Feststellung, nämlich nicht zu wissen, warum man auf dieser Erde weilt.

  2. Pia Magdalen sagt:

    Das ist für mich sehr schwer, mein Ziel festzulegen, weil ich immer wieder dem Zweifel verfalle ob ich dieses auch erreichen kann. Sehr oft lasse ich mich von meinem Ziel abbringen und bin dann wieder mit der Frage konfrontiert: Ist das wirklich dein Ziel, wenn du dich so schnell abbringen läßt?
    Diese Geschichte fordert mich auf, mein Leben wirklich nochmal zu überdenken.

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