Der Letzte Lehrer: 13. Das Zentrum der Arbeit


Wieder einmal saßen der Letzte Lehrer und seine wenigen Schüler zusammen. Gemeinsam hatten sie sich auf einem Jahrmarkt vergnügt. Begeistert waren sie alle von der Kettenkarussell Fahrt gewesen. Sie alle hatten sich um ein Zentrum gedreht und die Wirkung der Fliehkraft erlebt und genossen. Nachdem sie sich mit Brezeln und Apfelsaft gestärkt hatten, hatten sie sich am Rande des Festplatzes auf einen Platz gesetzt. Dort hatten sie die Bänke kreisförmig angeordnet.
Nun saßen sie im Kreis und der Letzte Lehrer wartete auf die begeistert gestellte Frage, die er gerne beantworten wollte.
Ein Schüler war von der Kettenkarussell Fahrt sehr inspiriert gewesen und fragte: „Was ist das Zentrum der Arbeit?“
Erfreut antwortete der Letzte Lehrer sogleich: „Es ist unsere zentrale Aufgabe, unbewusste Körpersymbole, mit denen wir andauernd kommunizieren, ins Bewusstsein zu heben, so dass wir uns selbst kennenlernen. Erst wenn wir wissen, wer wir sind und wie wir kommunizieren, können wir im großen Spiel des Lebens lustvoll mitspielen.“
Der Schüler war nun in Fahrt gekommen und fragte weiter: „Was müssen wir können, um im Spiel des Lebens lustvoll mitzuspielen?“
Da antwortete der Letzte Lehrer: „Wie ich schon gesagt habe, es geht darum, dass wir als größtenteils unbewusste Menschen uns selbst mit all unseren unbewussten Bewegungen und unbewussten Ausdrucksformen ins Bewusstsein heben. Wir Menschen neigen leider dazu, dass wir ausschließlich Gutes über uns ins Bewusstsein heben wollen. Alles Negative drücken wir dann in den Körper. Dort ist es zwar vor uns selbst verschwunden, aber für alle anderen sichtbar, die Körpersprache lesen können. Nur wenn wir uns selbst gut kennen und auch gelernt haben, uns zu beherrschen, können wir die Rollen, die wir im Leben spielen müssen, schnell und sauber wechseln. Es ist eine hohe Kunst, im immer schneller werdenden Leben die angemessene Rolle zu finden, gut zu spielen und dann im richtigen Moment zu beenden und in eine andere angemessene Rolle zu wechseln, die man bewusst gewählt hat.“
Als der Letzte Lehrer geendet hatte, saßen alle Schüler ganz still. Sie wollten dem Letzten Lehrer durch keine unbewusste Bewegung die Möglichkeit geben, sie zu durchschauen.

Veröffentlicht unter Blog, Der Letzte Lehrer
3 Kommentare auf “Der Letzte Lehrer: 13. Das Zentrum der Arbeit
  1. Charlotte de la Pointe sagt:

    …So wird dein Sein ganz unverdrossen
    stets in neue Form gegossen,
    bis in dir etwas entsteht,
    das niemals mehr vergeht.

    BELLADONNA Theaterstück von Johannes Galli

    • dein unbescheidener Bescheid
      in Dir, von Dir,
      durch Dich
      im Schmerz entschleiert
      von Last und Leid,
      in Zorn und Hass
      um letztendlich unendlich
      im Schosse Deiner Art der Liebe
      unerlöschlich hier und da zugleich zu sein

  2. Pia Magdalen sagt:

    ..lustvoll viele Rollen spielen zu können, das klingt nach Kraft, nach Leben!

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